Warum Monitoring?
Probleme erkennen, bevor sie Ausfaelle werden. Ein Ueberblick ueber die Grundlagen der Service-Ueberwachung.
📊 Schritt 1: Was ist Monitoring?
Monitoring bedeutet die kontinuierliche Ueberwachung deiner IT-Systeme und Services. Statt manuell zu pruefen ob alles laeuft, erledigt das ein automatisiertes System - rund um die Uhr.
Was wird ueberwacht?
- Verfuegbarkeit: Ist der Service erreichbar? (Uptime)
- Performance: Wie schnell antwortet er? (Response Time)
- Ressourcen: CPU, RAM, Festplatte, Netzwerk
- Funktionalitaet: Arbeitet der Service korrekt?
- Sicherheit: SSL-Zertifikate, ungewoehnliche Aktivitaeten
Proaktiv statt reaktiv
💸 Schritt 2: Die Kosten von Ausfaellen
Ausfaelle kosten - direkt und indirekt:
Direkte Kosten
- • Verlorene Umsaetze (Shop offline)
- • Produktivitaetsverlust (Mitarbeiter koennen nicht arbeiten)
- • Notfall-Einsaetze (teure Wochenend-Arbeit)
- • Datenverlust (bei ungluecklichem Timing)
Indirekte Kosten
- • Vertrauensverlust bei Kunden
- • Reputationsschaden
- • SEO-Ranking faellt (Google straft ab)
- • Stress fuer das Team
Rechenbeispiel
Ein Online-Shop mit 10.000€ Tagesumsatz verliert bei 4 Stunden Ausfall etwa 1.600€ - nur an direkten Umsaetzen. Dazu kommen Kunden, die nicht wiederkommen.
⚠️ Schritt 3: Fruehe Warnung statt boese Ueberraschung
Gutes Monitoring warnt dich, bevor es kritisch wird:
Festplatte 80% voll
Noch ist alles okay, aber du weisst: In 2-3 Wochen wird es eng. Zeit zum Aufraeumen oder Erweitern.
SSL-Zertifikat laeuft in 14 Tagen ab
Genug Zeit zum Erneuern. Ohne Warnung: Ploetzlich zeigt Chrome "Nicht sicher".
Response-Zeit steigt von 200ms auf 800ms
Der Service laeuft noch, aber irgendetwas stimmt nicht. Zeit zum Untersuchen.
Zeit zum Handeln
📋 Schritt 4: Arten von Monitoring
Je nach Anforderung gibt es verschiedene Monitoring-Arten:
Uptime Monitoring
Prueft regelmaessig ob ein Service erreichbar ist und korrekt antwortet.
Tools: Uptime Kuma, UptimeRobot, Pingdom
Infrastructure Monitoring
Ueberwacht Server-Ressourcen: CPU, RAM, Festplatte, Netzwerk.
Tools: Prometheus + Grafana, Netdata, Zabbix
Application Monitoring (APM)
Tiefe Einblicke in Anwendungen: Slow Queries, Fehler, Bottlenecks.
Tools: Sentry, New Relic, Datadog
Log Monitoring
Sammelt und analysiert Logs. Erkennt Muster und Anomalien.
Tools: Loki + Grafana, ELK Stack, Graylog
Fuer die meisten ausreichend
✅ Schritt 5: Was sollte ich ueberwachen?
Eine Checkliste fuer typische Self-Hosting Setups:
Basis (sollte jeder haben)
- ✓ Wichtige Websites/Domains erreichbar?
- ✓ SSL-Zertifikate gueltig?
- ✓ Nextcloud/Hauptservices online?
- ✓ E-Mail-Server erreichbar?
Erweitert (bei wichtigen Services)
- ○ Server-Festplatte unter 80%?
- ○ Datenbank erreichbar?
- ○ Backup-Jobs erfolgreich?
- ○ Docker-Container laufen?
Profi (fuer kritische Systeme)
- ◇ Response-Zeit unter Schwellwert?
- ◇ API-Endpoints funktional?
- ◇ CPU/RAM im gruenen Bereich?
- ◇ Security-Events (SIEM)?
🔔 Schritt 6: Alerts richtig konfigurieren
Zu viele Alerts sind fast so schlecht wie keine:
Alert Fatigue vermeiden
- • Zu viele Alerts = alle werden ignoriert
- • Nur kritische Dinge sofort melden
- • Warnungen sammeln, nicht spammen
- • False Positives eliminieren
Gute Alert-Strategie
- • Kritisch: Sofort (Telegram/SMS)
- • Warnung: Taeglich zusammengefasst
- • Info: Nur im Dashboard
- • Jeder Alert ist actionable
Goldene Regel
⚖️ Schritt 7: Self-Hosted vs. SaaS
Monitoring kann selbst gehostet oder als Service genutzt werden:
Self-Hosted
Uptime Kuma, Prometheus, Grafana
- ✓ Volle Kontrolle
- ✓ Keine laufenden Kosten
- ✓ Datenschutz (Daten bleiben bei dir)
- ✗ Muss selbst betrieben werden
- ✗ Kann ausfallen wenn Server ausfaellt
SaaS (Externe Dienste)
UptimeRobot, Pingdom, Datadog
- ✓ Unabhaengig von deiner Infrastruktur
- ✓ Kein Wartungsaufwand
- ✓ Oft weltweite Checkpoints
- ✗ Monatliche Kosten
- ✗ Daten bei Drittanbieter
Unsere Empfehlung