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Warum Monitoring?

Probleme erkennen, bevor sie Ausfaelle werden. Ein Ueberblick ueber die Grundlagen der Service-Ueberwachung.

⏱️ 10 Minuten 📊 Einfach
📊 Schritt 1: Was ist Monitoring? +

Monitoring bedeutet die kontinuierliche Ueberwachung deiner IT-Systeme und Services. Statt manuell zu pruefen ob alles laeuft, erledigt das ein automatisiertes System - rund um die Uhr.

Was wird ueberwacht?

  • Verfuegbarkeit: Ist der Service erreichbar? (Uptime)
  • Performance: Wie schnell antwortet er? (Response Time)
  • Ressourcen: CPU, RAM, Festplatte, Netzwerk
  • Funktionalitaet: Arbeitet der Service korrekt?
  • Sicherheit: SSL-Zertifikate, ungewoehnliche Aktivitaeten
💡

Proaktiv statt reaktiv

Ohne Monitoring erfaehrst du von Problemen erst wenn Kunden sich beschweren. Mit Monitoring wirst du benachrichtigt, bevor jemand etwas merkt.
💸 Schritt 2: Die Kosten von Ausfaellen +

Ausfaelle kosten - direkt und indirekt:

Direkte Kosten

  • • Verlorene Umsaetze (Shop offline)
  • • Produktivitaetsverlust (Mitarbeiter koennen nicht arbeiten)
  • • Notfall-Einsaetze (teure Wochenend-Arbeit)
  • • Datenverlust (bei ungluecklichem Timing)

Indirekte Kosten

  • • Vertrauensverlust bei Kunden
  • • Reputationsschaden
  • • SEO-Ranking faellt (Google straft ab)
  • • Stress fuer das Team

Rechenbeispiel

Ein Online-Shop mit 10.000€ Tagesumsatz verliert bei 4 Stunden Ausfall etwa 1.600€ - nur an direkten Umsaetzen. Dazu kommen Kunden, die nicht wiederkommen.

⚠️ Schritt 3: Fruehe Warnung statt boese Ueberraschung +

Gutes Monitoring warnt dich, bevor es kritisch wird:

⚠️

Festplatte 80% voll

Noch ist alles okay, aber du weisst: In 2-3 Wochen wird es eng. Zeit zum Aufraeumen oder Erweitern.

⚠️

SSL-Zertifikat laeuft in 14 Tagen ab

Genug Zeit zum Erneuern. Ohne Warnung: Ploetzlich zeigt Chrome "Nicht sicher".

⚠️

Response-Zeit steigt von 200ms auf 800ms

Der Service laeuft noch, aber irgendetwas stimmt nicht. Zeit zum Untersuchen.

Zeit zum Handeln

Fruehwarnungen geben dir Zeit fuer geplante Massnahmen statt hektischer Notfall-Aktionen.
📋 Schritt 4: Arten von Monitoring +

Je nach Anforderung gibt es verschiedene Monitoring-Arten:

Uptime Monitoring

Prueft regelmaessig ob ein Service erreichbar ist und korrekt antwortet.

Tools: Uptime Kuma, UptimeRobot, Pingdom

Infrastructure Monitoring

Ueberwacht Server-Ressourcen: CPU, RAM, Festplatte, Netzwerk.

Tools: Prometheus + Grafana, Netdata, Zabbix

Application Monitoring (APM)

Tiefe Einblicke in Anwendungen: Slow Queries, Fehler, Bottlenecks.

Tools: Sentry, New Relic, Datadog

Log Monitoring

Sammelt und analysiert Logs. Erkennt Muster und Anomalien.

Tools: Loki + Grafana, ELK Stack, Graylog

💡

Fuer die meisten ausreichend

Fuer kleine bis mittlere Setups reicht oft Uptime Monitoring (Uptime Kuma) aus. Infrastruktur-Monitoring ist sinnvoll sobald du mehrere Server hast.
Schritt 5: Was sollte ich ueberwachen? +

Eine Checkliste fuer typische Self-Hosting Setups:

Basis (sollte jeder haben)

  • Wichtige Websites/Domains erreichbar?
  • SSL-Zertifikate gueltig?
  • Nextcloud/Hauptservices online?
  • E-Mail-Server erreichbar?

Erweitert (bei wichtigen Services)

  • Server-Festplatte unter 80%?
  • Datenbank erreichbar?
  • Backup-Jobs erfolgreich?
  • Docker-Container laufen?

Profi (fuer kritische Systeme)

  • Response-Zeit unter Schwellwert?
  • API-Endpoints funktional?
  • CPU/RAM im gruenen Bereich?
  • Security-Events (SIEM)?
🔔 Schritt 6: Alerts richtig konfigurieren +

Zu viele Alerts sind fast so schlecht wie keine:

Alert Fatigue vermeiden

  • • Zu viele Alerts = alle werden ignoriert
  • • Nur kritische Dinge sofort melden
  • • Warnungen sammeln, nicht spammen
  • • False Positives eliminieren

Gute Alert-Strategie

  • • Kritisch: Sofort (Telegram/SMS)
  • • Warnung: Taeglich zusammengefasst
  • • Info: Nur im Dashboard
  • • Jeder Alert ist actionable
⚠️

Goldene Regel

Wenn ein Alert kommt, muss klar sein was zu tun ist. "Festplatte voll" ist besser als "Disk Warning".
⚖️ Schritt 7: Self-Hosted vs. SaaS +

Monitoring kann selbst gehostet oder als Service genutzt werden:

Self-Hosted

Uptime Kuma, Prometheus, Grafana

  • ✓ Volle Kontrolle
  • ✓ Keine laufenden Kosten
  • ✓ Datenschutz (Daten bleiben bei dir)
  • ✗ Muss selbst betrieben werden
  • ✗ Kann ausfallen wenn Server ausfaellt

SaaS (Externe Dienste)

UptimeRobot, Pingdom, Datadog

  • ✓ Unabhaengig von deiner Infrastruktur
  • ✓ Kein Wartungsaufwand
  • ✓ Oft weltweite Checkpoints
  • ✗ Monatliche Kosten
  • ✗ Daten bei Drittanbieter

Unsere Empfehlung

Kombination: Self-Hosted Uptime Kuma fuer detailliertes Monitoring + ein externer Check (z.B. kostenloser UptimeRobot) als Backup.

Haeufige Fragen

Brauche ich Monitoring wenn ich nur einen kleinen Server habe?
Ja! Gerade dann. Kleine Setups haben oft keine Redundanz - wenn etwas ausfaellt, merkt es sonst niemand. Uptime Kuma ist in 5 Minuten eingerichtet.
Wie oft sollte gecheckt werden?
Fuer Websites: Alle 1-5 Minuten. Fuer interne Services: 1-5 Minuten. Zu haeufig (alle 10 Sekunden) ist meist uebertrieben und belastet die Services.
Was wenn das Monitoring-System selbst ausfaellt?
Guter Punkt! Deshalb empfehlen wir einen externen Backup-Check. UptimeRobot bietet z.B. 50 kostenlose Monitore von deren Infrastruktur.
Wie werde ich am besten benachrichtigt?
Kommt drauf an: Telegram ist schnell und kostenlos. E-Mail fuer weniger dringende Dinge. SMS/Anruf nur fuer echte Notfaelle (und kostet). Slack/Discord fuer Teams.